AKTUELLES ALBUM "High Noon am Hansaplatz"

CD - AADR auf www.mainstage.de

2007
30
May
Am Arsch die Räuber

Kleines Ratespiel: Welche Musik spielen folgende Bands? Skarface, Skaos, Skaladdin.

Ja, bei so mancher Band merkt man das schon beim Blick ins Plattenregal und nicht erst nach der ersten Trompete an, dass sie Ska spielen. So auch den Skatoons aus Hamburg.

 

Am Arsch die Räuber heißt schmissig der Zweitling des Dezetts (jo Kinder, das ist eine Band mit 10 Mitgliedern [Wikipedia-Wissen]). Schon der Opener stellt in bester Hiphop und auch Ärzte-Tradition (wobei letztere nicht das letzte Mal in dieser Rezension erwähnt werden) erstmal klar, mit wem man es überhaupt zu tun hat - man stellt sich und seine Ziele vor, die einfach gehalten Party und Spaß sind. Folgend zeigen auch Endlich Sommerzeit und Hauptsache Blond, dass man sich sich hier stark an hedonistischen Themen á la Sommer, Surfen, Saufen orientiert. Mit dieser offenheit und dem positiven, frischen Sound braucht man nicht lang, die Skatoons zu mögen.

Wie gesagt: Irgendwie liegen die Ärzte immer ein wenig in der Luft: So zeigt Fallerie - das Statement, dass man ja eigentlich Volksmusik macht - den typischen DÄ-Humor und Kurz geschoren einen ähnlichem Umgang mit rechten Idioten. Und auch wenn man das Sänger Chris nicht vorwerfen kann, so klingt er doch irgendwie nach Farin U. Scheiße erfüllt letztendlich auch das Klischee, dass jede Punkband doch irgendwann mal einen so betitelten Song im Angebot haben muss. Den Frauen, die nur ein Zehntel der Band ausmachen, wird in Kannst du sie sehen und Julika standesgemäß und absolut unpeinlich hinterhergetrauert.

 

Letztendlich ist Am Arsch die Räuber aber ein tolles, kurzweiliges Album. Ideenmäßig beliefern uns die Skatoons zwar mit nichts Neuem, das macht aber die frische Umsetzung, der klasse abgemischte Sound und die Themenvielfalt wett. Das unfreiwillige Pech dieser Platte ist, dass sie an einem der kältesten Tage des Jahres kränkelnd und im Dunkeln rezensiert wurde. Denn zur vollen Entfaltung muss man sie mit dem Gegenteil versorgen, was schlicht “Sommer” heißt. Aus diesem Grund würde sie im Sommer sicher mindestens einen Bewertungspunkt mehr bekommen: